Wie alles begann…

Eigentlich begann es wie viele Dinge beginnen. Ich fing zu schreiben an, weil ich unbedingt schreiben wollte. Na ja, ehrlich gesagt musste ich fast anfangen zu schreiben, weil die Geschichten keinen Platz mehr in meinem Kopf hatten.

Also setzte ich mich mit meinen Laptop in den Liegestuhl auf der Terrasse und schrieb das erste Kapitel des ersten Buches. Es funktionierte nahezu problemlos. Ich war sehr überrascht darüber, weil ich eigentlich damit gerechnet hatte, dass es nach ein paar Seiten anfangen würde zu hinken.
Aber es hinkte nicht, zumindest nicht sofort. Also schrieb ich weiter. Zwischendurch fielen mir immer wieder Passagen für andere Kapitel ein, die ich dann ebenfalls gleich notierte.
Ich gewöhnte mir an, auch die Kommentarfunktion in Word zu nutzen; wirklich sehr zu empfehlen. Zum einen vergisst man eine Überlegung zu der entsprechenden Stelle nicht und kann beim Überarbeiten noch einmal darüber nachdenken. Zum anderen kann man sich auch Abschnitte damit markieren. Ich nutze es zum Beispiel auch gerne, um mir Zeitabläufe einzuteilen, nicht dass eine Figur gerade am Aufstehen ist und im nächsten Moment beim Mittagessen sitzt.
Gut, wenn derjenige erst zu Mittag aufgestanden ist, dann könnte es so passieren, aber auch das vermerke ich mir dann im Kommentar.

Wo wollte ich jetzt eigentlich hin?
Ach ja, ich schrieb also gemütlich, ohne Zwang, nur für mich an meiner ersten Geschichte, bis es hinkte.
Es war so um die Seite hundert. Plötzlich fand ich die Figuren doof, die Handlung langweilig und eigentlich war ich mir sicher, dass es sich überhaupt nicht lohnen würde weiterzuschreiben, weil ich es ohnehin nie schaffen würde, das Buch so zu Ende zu bringen, dass es vielleicht auch für andere lesenswert sein würde.
Wie ich auch beim zweiten und mittlerweile dritten Buch feststellen musste, kommt immer ungefähr bei Seite hundert dieser Talentfrei-Blues auf.
Ich habe mir vorgenommen ihn einfach zu ignorieren. Aber die Texte laufen trotzdem Gefahr in den Müll getreten zu werden.

Als ich die Geschichte dann endlich fertig hatte und meiner besten Freundin und meiner Schwester meine heimliche Leidenschaft gestanden hatte, wollten die Beiden -oh Schreck- das Buch auch noch lesen!
Eine Weile habe ich mich geweigert und mit der zweiten Geschichte begonnen.
Aber die Zwei können sowas von harnäckig sein!
Irgendwann gab ich dann nach und schickte ihnen verschämt das Manuskript.

Nun ja, was will man von einer Schwester und einer besten Freundin schon erwarten?
Alles, bloß keine Kritik.
Also ging die erste Fassung des ersten Buches als genehmigt an einen großen Verlag – und kam nach zwei Jahren als durchgefallen zurück.

Ich hatte in der Zwischenzeit bereits das zweite Buch der Reihe geschrieben und das erste noch einige Male überarbeitet. Also schickte ich auch das zweite Buch an den Verlag. Diesmal musste ich auf die Absage nur ein Jahr warten, ich hatte nämlich höflich nachgefragt. Da war das dritte Buch der Reihe schon im Entstehen und etwa bis Seite hundert fertig.
Bis dahin hatte ich mich durch die Absagen fast nicht entmutigen lassen, aber als die Seite hundert des dritten Buches deutlich länger hinkte, als ich erwartet hatte, war ich doch nah dran aufzugeben.

Zu der Zeit hatte ich den Bookhouse Verlag schon eine Weile im Auge. Da sie auf der Suche nach neuen deutschen Autoren waren, dachte ich mir, einmal kann ich es ja noch versuchen. Vielleicht spornt mich das ja an, Seite hundert noch einmal von einer anderen Seite zu betrachten?
Ich weiß, die meisten Autoren haben einen deutlich längeren Atem und schicken ihr Manuskript nicht nur an zwei oder drei Verlage, aber Geduld ist nicht gerade meine Stärke und ich wollte mir den Spass auch nicht durch ewiges Warten und unzählige Absagen verderben lassen.

Innerhalb von zwei Wochen hatte ich die Antwort und einen Vertrag für meine Reihe auf dem Tisch liegen.

Nun hoffe ich natürlich, dass meine Bücher, wenn sie ab Ende 2014 veröffentlicht werden, nicht nur meinen beiden Testleserinnen gefallen, sondern auch vielen anderen ein paar entspannte Stunden bereiten.

– Mit Happy End natürlich, denn tragisch ist das Leben selbst genug –

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