Woher kommen eigentlich Mythenfiguren?

Wenn man gerne Mythengeschichten schreibt, macht man sich zwangsläufig Gedanken darüber, woher die Figuren kommen, die man in seinen Storys herumstolpern lassen will.
Oft denke ich mir, die Mythen müssen eine Grundlage haben, sonst wären sie nicht entstanden. Irgendetwas hat in den Menschen früherer Zeiten den Verdacht ausgelöst, dass es Wesen jenseits des Sichtbaren gibt, die ihnen unheimlich erscheinen und womöglich nach dem Leben trachten.

Ihr kennt doch sicher die kurzen Betten in den alten Museen. Da hieß es ja oft, die wären deshalb so kurz, weil die Leute so klein waren. Das mag aber nur zum Teil zutreffen. So viel kleiner als heutzutage waren die Menschen vor ein paar hundert Jahren auch nicht. Sie haben wohl eher im Sitzen geschlafen, weil sie Angst hatten, der Nachtalb oder auch Mahr würde sich auf ihre Brust setzen und sie erdrücken, oder auch die Frisur zerstören 😉
Nur woher kam dieser unangenehme Zeitgenosse?
Ich habe bei Wikipedia einen recht interessanten Ansatz gefunden, der meinen seit ein paar Tagen bestehenden Verdacht, in eine plausible Richtung lenkt.

In früheren Zeiten hatten die Menschen keine Küche im eigentlichen Sinne. Sie hatten meist sogenannte Rauchkucheln, in denen über dem offenen Feuer gekocht wurde. Da der Abzug in diesen Küchen, die manchmal sogar fensterlos waren, sicher auch nicht dem heutigen Standard entsprach, kann man sich vorstellen, dass der Rauch durch das ganze Haus gezogen ist.

Der Nachtalb war angeblich ein kleiner schwarzer Geselle, der durch Schlüssel- oder Astlöcher eindrang und den Menschen Angstzustände und Atemnot mitbrachte. Mitunter soll er auch für erotische Träume gesorgt haben.

Könnt ihr die Tendenz schon erkennen?
Klein, schwarz, Schlüssellöcher, Atemnot …
Würde doch alles auf den Rauch aus der Küche hindeuten und was die erotischen Vorstellungen betraf, wäre meine Theorie dahingehend, dass der Sauerstoffmangel in der verrauchten Luft, die Sinne etwas durcheinandergebracht hat 😉

Ich fürchte, dieser Geselle ist somit enttarnt. Ob ich mit dem Nachtalb allerdings etwas in meinen Geschichten anfangen kann, weiß ich nicht. Als Hauptfigur scheidet er eher aus, weil ein so kleiner Kerl neben meinen großen Vampiren eher mickrig daherkommen würde. Aber ich denke, ich könnte eine Verwendung als Bösewicht für ihn finden.

Und wenn ich so darüber nachdenke, wüsste ich auch schon wo 😉

Bin gespannt, ob er den Weg durch das Schlüsselloch in meine nächste Geschichte findet …

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