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Die Figuren der Into the dusk – Reihe – diesmal die Drachenschwestern

Die Figuren der Into the dusk - Reihe - die Drachenschwestern

Auch wenn sich die Into the dusk Reihe in erster Linie um die Vampire in den Hauptrollen dreht, spielen doch einige Nebencharaktere eine maßgebliche Rolle, ohne die die Geschichten nur halb so schön wären. Saphire, Pearl, Christal, Coral, Jewels und Amber heißen die sechs Schwestern, die sich mit Alexandre und seinen Vampirkumpels die nette Wohnhöhle teilen – wie sie den unterirdischen Prunksitz von Alex in der stillgelegten U-Bahn Werkhalle unter New York nennen – und sie sind …

Amazonendrachen

Doch was macht die Amazonendrachen – oder auch Emanzendrachen – wie Liam sie gern nennt, wenn sie mit seinem Machogehabe mal wieder überhaupt nichts anfangen können – aus?

Sie sind schön…

Das auf den ersten Blick auffälligste an ihnen ist, dass sie modelmäßig neiderregend schön sind. Und sie nehmen das auch noch für selbstverständlich. Manchmal habe ich das Gefühl, sie merken es gar nicht. Vor allem Jewels hat da so ihre Probleme in der spätpubertären Selbstfindung und hat sich deshalb statt des üblichen lebensgroß gemalten Abbilds ihrer selbst in menschlicher Gestalt, einen Spiegel zwischen die Gemälde ihrer Schwestern gehängt, um ja jede Veränderung an sich sofort wahrzunehmen. Allerdings hätte es auch gereicht sich alle hundert Jahre mal fotografieren oder malen zu lassen, weil die Veränderungen bei einer Lebenserwartung von durchschnittlich zehntausend Jahren dann doch etwas langsamer vonstatten gehen. Da hilft auch das tägliche in den Spiegel schauen nicht.

Möglicherweise hängt die Ignoranz ihrer Schönheit aber auch damit zusammen, dass sie in Drachengestalt gleich noch viel imposanter sind, als als hochgewachsenen blonde Menschenfrauen.
Allerdings vermeiden sie es tunlichst, sich öfter als nötig zu verwandeln, weil ein Drachen mit in Regenbogenfarben schillernden Schuppen, in der menschlichen Zivilisation doch etwas zu sehr auffallen würde.

Selbst vor 1500 Jahren, als das Nesthäkchen der Schwestern – Amber – geboren worden war, waren sie bereits öfter als Menschen unterwegs, als in ihrer eigentlichen Gestalt, weil die Menschen entweder Angst vor ihnen hatten oder an ihre glänzenden Schuppen wollten und somit von allen Seiten Jagd auf sie gemacht wurde.
Das hat sie aber offenbar nicht im Geringsten daran gehindert, sich ihre äußerst lockere Lebenseinstellung zu bewahren.

… und haben eine äußerst locker Lebenseinstellung

Und das ist es, was ich am faszinierendsten an ihnen finde. In erster Linie gilt es Spaß zu haben, das Leben zu genießen, sich die Rosinen rauszupicken und sich nicht weiter darum zu scheren, was in der Gesellschaft, in der sie sich aufhalten, als konform gilt.

Alex und Tom haben die Mädels zum Beispiel in Paris kennengelernt, wo sie vor wenigen hundert Jahren mit Freude ein Etablissement der horizontalen Beschäftigung betrieben haben, in dem die Vampire natürlich gern verkehrt haben. Soweit mir berichtet wurde, legen die Amazonendrachen generell keinen großen Wert auf feste Bindungen, sondern suchen ihr Glück in der Abwechslung. Oder wie es Amber mal formulierte:

Wenn einem der Drachen zuhause zu langweilig wird, sucht man sich halt einen anderen.

Amber in Schwur der Vergangenheit

Wobei die Zahl der Drachen insgesamt seit der Zunahme der menschlichen Art drastisch abgenommen hat, was sie dann quasi dazu zwang, sich menschliche Partner zu suchen. Nur waren die dann oft etwas – O-Ton Amber – zu schnell verbraucht. Bei den Vampiren sind sie allerdings recht schnell auf den Geschmack gekommen. Wen wunderts.

Auch Eifersucht scheinen die Drachengirls nicht zu kennen. Auch nicht, wenn ihre bevorzugten Vampire plötzlich einer mehr oder weniger menschlichen Frauen treu sind. Generell scheinen die Drachen auch eher nicht zu überschwänglichen Emotionen zu neigen. Beziehungsweise sehen sie Gefühle wohl etwas anders, als wir Menschen, wie das Geplauder aus Erbe der Vergangenheit zwischen Melanie, Tom und Pearl, der zweitältesten Drachenschwester zeigt:

»Hast du eigentlich vor etwas Angst, Pearl?«

»Ich? Na ja, wenn ich ehrlich bin, schon.«

»Tatsächlich? Ich dachte, Drachen hätten vor nichts Angst?«, spottete Tom. »Dazu müssten sie doch Gefühle haben.«

»Ich habe Gefühle … irgendwo. Ich nehme sie nur nicht immer mit.«

Ich musste grinsen. Manchmal würde ich meine Gefühle auch am liebsten in einer Schublade ablegen und nur bei Bedarf herausholen. Aber ich war leider kein Drache. »Und wovor hast du Angst?«, fragte ich nach.

»Also«, erwiderte sie verlegen. »Manchmal habe ich echt Angst, dass ein Absatz meiner Manolos abbricht und ich so schief weiterlaufen muss. Was meinst du, wie peinlich das aussieht.«

Ich biss die Zähne zusammen, um nicht laut loszulachen. Ich wollte sie nicht beleidigen, es schien ihr völlig ernst zu sein damit, dass es sich hierbei um eine ihrer tiefgründigsten Ängste handeln musste. »Und was tust du dagegen? Ich meine, um nicht ständig von dieser Angst belastet zu werden?«, fragte ich schnell.

»Ich habe immer eine Tube Sekundenkleber in der Tasche.« Triumphierend zog sie eine kleine Tube aus der Tasche, die völlig zerdrückt war und von der bereits der Lack abblätterte.

Ich war mir nicht sicher, ob der Kleber darin nicht schon lange eingetrocknet war. Aber wenn es ihr half, nicht ständig darüber nachdenken zu müssen, was passieren würde, wenn ein Absatz tatsächlich mal brach, war es ja egal, ob der Kleber noch klebte.

aus Erbe der Vergangenheit

Also ich mag die Drachenschwestern sehr und bin froh, dass sie den Weg in meine Geschichten gefunden haben. Wer noch dabei ist, erzähle ich in einer anderen Folge.

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